Saisongarten – gemüsen für Großstadtgärtner

Circa 20 verschiedene Gemüsesorten von Bohnen bis Zuckermais, eine Saison Bio-Gemüse zum selber Begärtnern, Pflegen, Ernten und anschließend Verspeisen.
2014 gibt es circa 14 Standorte der Saisongärten, die in Kooperation mit dem Handelsunternehmen tegut… durchgeführt werden.

Was ist ein Saisongarten?

Die Saison 2013 habe ich leider keinen Saisongarten in Darmstadt auf dem Hofgut Oberfeld ergattern können. Die Nachfrage ist da und reichlich vorhanden, da gilt das Prinzip, wer zuerst kommt, der malt zuerst. [2014 male ich mit :)]
So eine Saisongarten-Saison beginnt ungefähr Anfang Mai und endet Mitte Dezember. In dieser Zeit bewirtschaftet man sein gepachtetes Stück Garten, das entweder 70qm (200,-€/Saison) oder 35qm (110,-€/Saison) groß ist und bereits mit dem Grundsortiment an biologischen Saaten und Jungpflanzen der ca. 20 Gemüsesorten bestellt ist. Der eigene kleine Acker hat immer auch Platz für eigene Bio-Gemüsewünsche. Beim Hacken, Gießen, Jäten, Betüdeln und Ernten steht zu Beginn in der wöchentlichen „Saisongartensprechstunde“ und dem Mail-Newsletter Hilfe und Rat bereit, sowie in der Tat und die Saison durchgehend mit Gartengeräten und Gießwasser. Und sieht so eine Ernte nicht einfach hervorragend aus, wunderschön, wie ich finde. (siehe Bild, hier: letzte Ernte Mitte Dezember 2013)

Gemüse aus dem eigenen Saisongarten

eigene Ernte: Saisongarten Gemüse

Saisongärten, Urban Gardening, Gemeinschaftsgärten, Guerilla Gardening…

… wie auch immer man es betitelt, Gärten für (Groß)Städter gibt es inzwischen in verschiedenen Projekten und Regionen. Hier gibt es nicht nur die Gärten der Kooperation Saisongärten, sondern auch Gemeinschaftsgärten im Kleinen und im Großen wie zum Beispiel der „Allmende-Kontor“ auf dem ehemaligen Flugplatz Tempelhof, sicher einer der bekanntesten. Doch liebes Berlin, du bist hier nicht das Maß der Dinge, da gibt es noch so viel mehr zu entdecken an Projekten, Ideen und Umsetzungen, zu finden, je nach Stadt, Bundesland oder Projektform, auf stadtacker.net.

Die Hände voll mit Erde…

…, in der Erde, das kann richtig glücklich machen. Gemüse betüdeln und ernten, es ist immer das schönste Gemüse der Welt und meist auch das leckerste. Es gibt mehr als das Gemüse aus dem Supermarktregal und meistens sieht Selbstgeerntetes nicht so „perfekt“, dafür aber irgendwie vollkommen aus.
Sehen und verstehen was es braucht, dass es Arbeit braucht, damit zum Beispiel Möhren wachsen, das es unterschiedlichste Sorten Möhren gibt und sie Zuhause zu erschmecken. Die Erkenntnis, das jedes Gemüse seine Jahreszeit hat, in der es die besten Bedingungen für sein Wachstum, Reifung und Geschmacksausbildung vorfindet, ist nicht nur für Kinder eine wunderbare Erfahrung. Auf ziemlich einfachem Wege mal wieder näher an unseren Lebensmitteln sein, meiner Meinung nach Erstrebenswert.
Auch sozial kann ein solcher Stadtgarten äußert bereichernd sein. Man hat unmittelbare Gartennachbarn, ohne Jägerzaun und gerade beschnittene Hecke dazwischen. Austauschen von Tipps und Tricks, dem Grünen-Daumen, Ideen und auch von Rezepten zum Kochen und Einkochen der Ernte, Freundschaften und Gieß-Vertretungs-Dienste. So entstand auf dem Saisongarten Hofgut Oberfeld aus genau diesem fröhlichen Austausch ein Kochbuch. Das „Saisongarten-Kochbuch“ trägt nach Jahreszeiten sortiert und auf gut 200 Seiten leckere Rezepte, mit Koch-Geschichte, aus den Saisongärten zusammen. Initiativen, Gemeinschaften und Austausch, toll.
Neben diesen eher emotionalen und kulturellen Werten eines Saisongartens bietet er auch einen finanziellen Gewinn. Ganz hemdsärmelig betrachtet, kauft man sich für fast das ganze Jahr biologisch angebautes Gemüse für den jeweiligen Pachtbetrag. Hinzu kommen an direkten Kosten lediglich neues Bio-Saatgut und Bio-Jungpflanzen, die man zusätzlich an oder nachpflanzt und ein wenig zugekauftes Gemüse um seinen Speiseplan zu füllen. Um diesen finanziellen Aspekt einmal genauer Betrachten und wiedergeben zu können, werde ich meine kommende Gartensaison so gut es geht mit anfallenden Kosten dokumentieren.

Also, auf in den Dreck, in die Erde, ans Gemüse, an die Luft und anschließend an die Kochtöpfe.

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